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Redetext von Lothar Kothe in der Gemeindevertretersitzung am 15.06.2018

Ablehnung der Kitaerweiterung in Malsfeld

Am 22.03. hat die Gemeindevertretung  Mittel für eine Kitaerweiterung bereitgestellt.
Die Pläne mit Kostenschätzung wurden in der Sitzung des HaFi am 14.06. vorgestellt.
Wir von der GL hätten erwartet, dass diese Unterlagen auch den Gemeindevertretern hierzu mit der Einladung zugesandt würden, damit eine ordentliche Beratung in den Fraktionen erfolgen kann.
Dies geschah leider nicht, somit vermisse ich die nötige Transparenz in diesem Punkt.
In der Sitzung konnte ich überraschenderweise erfahren, dass man auch das Brach liegende Gelände des Rittergutes als möglichen Standort für einen Kindergartenneubau in Erwägung gezogen hat.
Ich hätte mir gewünscht, dass wir in dieser Gemeindevertretung bevor Planungen erfolgten erst einen grundsätzlichen Beschluss darüber gefasst hätten, ob wir den bestehenden Kindergarten erweitern oder ob neu gebaut wird, so GL-Fraktionsvorsitzender Lothar Kothe.
Dies ist leider nicht erfolgt. Wir lehnen einen Anbau mit der Erweiterung für 2 Gruppen an den bestehenden Kindergarten in Malsfeld ab, stehen aber einer notwendigen Renovierung  selbstverständlich positiv gegenüber.
Es entsteht ein unübersichtlicher Mammutkindergarten mit über 150 Kindern, was zu vielerlei Problemen führen wird. Die bebaute Grundfläche des Kindergartens würde sich wesentlich erhöhen (1500 qm?). Während der Bauarbeiten ist eine ordnungsgemäße Kinderbetreuung sehr schwierig.  Eine erneute Erweiterung wäre auch nicht mehr möglich.

Die Stadt Homberg/Efze hat im Osterbach einen Kindergarten mit 6 Gruppen, den man jetzt auf 5 reduzieren will, weil er zu groß und unübersichtlich ist.
Da Malsfeld und Beiseförth in etwa die gleiche Einwohnerzahl haben, sollten wir einen Neubau an einem geeignetem Standort in Beiseförth vornehmen. Dieser könnte als Niedrigenergiehaus mit
Wärmepumpe und Solar versehen werden. Damit tun wir auch in Malsfeld etwas für den Klimaschutz, wie es der Kreis mit seinem 25 Mill-Programm bei seinen Gebäuden schon vorbildlich vormacht.
Zum vorgebrachten Kostenvergleich, kann ich nur sagen, dass dieser nicht korrekt ist. Es besteht ein Bedarf von ca 35 Kitaplätzen. Beim Neubau einer 2-gruppigen Kita für 35 bis 40 Kinder benötige ich höchstens 400 qm Grundfläche. Dann wäre aufgrund der zugrunde liegenden Daten der Neubau ohne Erschließung um ein Drittel günstiger.Hier werden aber 650 qm zugrunde gelegt. Dafür könnten wir 3 Gruppen einrichten und würden noch zusätzlich 160 T Zuschuss für die Einrichtung einer weiteren Gruppe erhalten und damit den Kindergarten Malsfeld entlasten.
Ein Kindergartenneubau würde für die Beiseförther Kinder kürzere Wege bedeuten und den Verkehr vor dem Malsfelder Kindergarten nicht weiter belasten.
Auch die KITA-Aufsicht des Kreises sah zu Beginn offensichtlich Probleme bei so einer Mega-Kita und hätte  eher einen Neubau vorgeschlagen.
Auch befragte Erzieherinnen sehen eine Erweiterung mit einer gewissen Skepsis.
Es ist davon auszugehen, dass die veranschlagten Kosten voraussichtlich nicht eingehalten werden können. Dies zeigen die letzten Ausschreibungsergebnisse beim Abfallzweckverband Lahn Fulda und dem Eigenbetrieb des Schwalm-Eder Kreises. Hier lagen die Ergebnisse 16 bis 30% höher.
Es ist aus unserer Sicht noch nicht zu spät diesen Weg eines Neubaus in Beiseförth zu gehen.

Lothar Kothe